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Imkerei in Baden

Die Imkerei in Baden ist in eine sehr abwechslungsreiche Landschaft eingebunden.
Das Oberrheinische Tiefland bietet den Bienen optimale Entwicklungsvoraussetzungen. Die Rheinebene mit Temperaturen bis 40 °C am Kaiserstuhl und der Bergstraße ist die wärmste Region in Deutschland. Hier finden sich viele, eigentlich im mediterranen Raum beheimatete Pflanzen und Tierarten.

Der Schwarzwald, der mit seinen bewaldeten Steilhängen die Rheinebene und die Rebhänge der Vorbergzone überragt, ist mit weithin geschlossenen Waldbeständen ein einheitlicher, ganz andersartiger Lebensraum. Neben der Fichte machen die großflächigen Bestände der Weißtanne diesen Gebirgszug zum Haupttrachtgebiet der Badischen Imker.

An beiden Landschaftsbeispielen soll deutlich werden, dass Erfolg in der Bienenzucht nur durch eine auf die besonderen Klima- und Trachtverhältnisse abgestimmte Betriebsweise gewährleistet werden kann. Wenn in anderen Gebieten Deutschlands die Imker ihre Bienenvölker bereits auf die Überwinterung vorbereiten, stehen die Badener im Juli und August mit ihren Bienen "Gewehr bei Fuß".

"Was macht der Schwarzwald? Kommt die Weißtanne zum Honigen? Wenn ja, in welcher Gebirgsregion sind die Aussichten am besten?" Fragen über Fragen, die unsere Imker in besonderer Weise beschäftigen. Aus der Erfahrung wissen wir, dass durchschnittlich nur alle 15 Jahre die Imker im gesamten Schwarzwald auf eine ertragreiche Weißtannenhonigernte hoffen können.

Von den Imkern wird daher großes Geschick und Können verlangt, wollen sie erfolgreich sein. Zusätzlich macht die Ausrichtung der Betriebsweise auf eine mögliche Spättracht die Bekämpfung der Varroamilbe in unserer Region so schwierig.
Der Landesverband Badischer Imker e. V. und die ihm angeschlossenen Imkervereine widmen deshalb der Aus- und Fortbildung der Imkerschaft ein besonderes Augenmerk.

Imkerei in Zahlen

Die letzten 60 Jahre

Jahr Imker Völker Völker pro Imker
1952 17.969 176.591 9,8
1962 15.662 133.372 8,5
1972 10.867 105.095 9,7
1982 8.957 113.643 12,7
1992 8.738 109.105 12,5
2002 7.282 76.995 10,6
2010 7.260 61.469 8,6
2012 7.604 62.256 8,2
2014 8.040 64.242 8,0

Die Zahlen der letzten 60 Jahre spiegeln vier Trends wider:

  1. 1952: In den Notzeiten nach dem zweiten Weltkrieg war für breite Schichten in der Bevölkerung die Bienenhaltung eine attraktive Möglichkeit, über den Honigverkauf ihre Lebenssituation zu verbessern.
  2. 1982: In den 70er Jahren erfolgte die Umstellung auf die Magazinimkerei, die durch ihre extensive Betriebsweise die Haltung einer größeren Völkerzahl möglich machte. Die Zahl der gehaltenen Bienenvölker stieg deshalb deutlich an, obwohl die Zahl der Imker zurückging.
  3. 2002: Die Varroamilbe in den Bienenvölkern erfordert ihren Tribut mit der ganzjährigen Bekämpfung auf Bio-Standard in allen badischen Imkereien. Bekämpfung der Varroamilbe ohne Chemie – ein entscheidender Marktvorteil, der aber mit zusätzlichen Arbeitsbelastungen erkauft werden muß. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Völkerzahlen.
  4. 2014: Die Bedeutung der Honigbienen als Indikatoren für eine lebenswerte Umwelt ist im Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung angekommen. Das Interesse an der Bienenhaltung ist enorm gewachsen.  Dabei spielt die Motivation, für die Umwelt etwas zu tun, oft eine stärkere Rolle als die Erwartung, über den Honigverkauf eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen. Deshalb werden dann nur wenige Bienenvölker in unterschiedlichsten Beutensystemen im eigenen Garten gehalten. Die pure Lust am Bienenvolk steht für viele im Vordergrund.

Probleme im 21. Jahrhundert

Zum großen Problem entwickeln sich im 21. Jahrhundert  das geschwundene  Blütenangebot im Sommer, der steigende Anbau von Energie- und Eiweißpflanzen und der Einsatz neuartiger Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Nervengiften, die die Orientierungsfähigkeit der Bienen beeinträchtigen. Mit dem kontinuierlichen Rückgang an Bienenvölkern schwinden zunehmend die Honigbienen als wichtigste und unersetzliche Bestäuberinsekten unserer Kultur- und Wildpflanzen. Während 1952 in Baden noch durchschnittlich 11,7 Bienenvölker pro qkm die flächendeckende Bestäubung garantiert haben, ist die Zahl 2014 auf 4,3 Bienenvölkern pro qkm gesunken.

Imkerinnen im Aufwärtstrend

Stand: 2014
Geschlecht Prozent
Frauen 13,5
Männer 86,5
  100,0

Bienenhaltung ist seit jeher eine Domäne der Männer, wenn auch der Anteil der Frauen sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt hat. Dieser Trend setzt sich weiter fort.

Altersstruktur der Imker verjüngt sich

Stand: 2014
Altersgruppe Prozent
bis 19 2,2
20  bis  39 12,3
40  bis  59 42,4
60  bis  79 33,9
über 80 9,2
  Insgesamt 100,0

Imkerei in Zahlen (Baden-Württemberg)

Eine ökonomische Analyse des Imkerei-Sektors in BW

Ergebnisse der deskriptiven Untersuchung der DIB-Mitgliederdaten der Landesverbände Badischer Imker e.V. und Württembergischer Imker e.V.

Copyrigth: Dr. Eva Mäurer, Universität Hohenheim (2015)
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