Landesverband Badischer Imker e.V.
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Imkerei in Zahlen

Entwicklung der Bienenhaltung in Baden

Die letzten 60 Jahre

   Jahr                           Imker                         Völker                    Völker pro Imker

  1952                        17.969                      176.591                                  9,8

  1962                        15.662                      133.372                                  8,5

  1972                        10.867                      105.095                                  9,7

  1982                          8.957                      113.643                                12,7

  1992                          8.738                      109.105                                12,5

  2002                          7.282                        76.995                                10,6

  2010                          7.260                        61.469                                  8,6

  2012                          7.604                        62.256                                  8,2

 2014                          8.040                        64.242                                  8,0

Die Zahlen der letzten 60 Jahre spiegeln vier Trends wider:

1.      1952: In den Notzeiten nach dem zweiten Weltkrieg war für breite Schichten in der Bevölkerung die Bienenhaltung eine attraktive Möglichkeit, über den Honigverkauf ihre Lebenssituation zu verbessern.

2.      1982: In den 70er Jahren erfolgte die Umstellung auf die Magazinimkerei, die durch ihre extensive Betriebsweise die Haltung einer größeren Völkerzahl möglich machte. Die Zahl der gehaltenen Bienenvölker stieg deshalb deutlich an, obwohl die Zahl der Imker zurückging.

3.      2002: Die Varroamilbe in den Bienenvölkern erfordert ihren Tribut mit der ganzjährigen Bekämpfung auf Bio-Standard in allen badischen Imkereien. Bekämpfung der Varroamilbe ohne Chemie – ein entscheidender Marktvorteil, der aber mit zusätzlichen Arbeitsbelastungen erkauft werden muß. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Völkerzahlen.

4.      2014: Die Bedeutung der Honigbienen als Indikatoren für eine lebenswerte Umwelt ist im Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung angekommen. Das Interesse an der Bienenhaltung ist enorm gewachsen.  Dabei spielt die Motivation, für die Umwelt etwas zu tun, oft eine stärkere Rolle als die Erwartung, über den Honigverkauf eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen. Deshalb werden dann nur wenige Bienenvölker in unterschiedlichsten Beutensystemen im eigenen Garten gehalten. Die pure Lust am Bienenvolk steht für viele im Vordergrund.

 

Zum großen Problem entwickeln sich im 21. Jahrhundert  das geschwundene  Blütenangebot im Sommer, der steigende Anbau von Energie- und Eiweißpflanzen und der Einsatz neuartiger Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Nervengiften, die die Orientierungsfähigkeit der Bienen beeinträchtigen. Mit dem kontinuierlichen Rückgang an Bienenvölkern schwinden zunehmend die Honigbienen als wichtigste und unersetzliche Bestäuberinsekten unserer Kultur- und Wildpflanzen. Während 1952 in Baden noch durchschnittlich 11,7 Bienenvölker pro qkm die flächendeckende Bestäubung garantiert haben, ist die Zahl 2014 auf 4,3 Bienenvölkern pro qkm gesunken.

Imkerinnen im Aufwärtstrend

Geschlecht                                              Prozent

Frauen                                                       13,5

Männer                                                     86,5

                                                                100,0                                                           Stand: 2014

Bienenhaltung ist seit jeher eine Domäne der Männer, wenn auch der Anteil der Frauen sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt hat. Dieser Trend setzt sich weiter fort.

Altersstruktur der Imker verjüngt sich

Altersgruppe                               Prozent

      bis  19                                          2,2

20  bis  39                                        12,3

40  bis  59                                        42,4

60  bis  79                                        33,9

   über  80                                          9,2

Insgesamt                                      100,0                                                                     Stand: 2014